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posted on Juni 17th, 2019

STRESSFREI PARKEN: WIE GUT SIND PARK-APPS WIRKLICH?

Einer der nervigsten Aspekte beim Autofahren in der Großstadt ist die Suche nach einem Parkplatz: Durchschnittlich dauert eine Parkplatzsuche in Deutschland knapp 10 Minuten (laut Umfrage von Apcoa Parking). In Innenstädten entsteht so ein erheblicher Teil des Verkehrs allein durch Fahrer, die gerade auf der Suche nach einem geeigneten Platz zum Abstellen ihres Fahrzeugs sind.

Hat man einen Parkplatz gefunden, egal ob im Parkhaus oder gebührenpflichtig auf der Straße, sind zudem weitere lästige Handgriffe nötig. Wer hat nicht schon einmal verzweifelt nach seinem Parkhaus-Ticket oder dem nötigen Kleingeld für den Ticketautomaten gesucht?

Genau hierbei können Smartphones sehr hilfreich sein. Wir haben für Euch drei Apps getestet, die es zum Ziel haben, das Parken für Euch angenehmer zu machen.

ParkU: Zugang per Smartphone

Die App ParkU hilft Euch dabei, kostenpflichtige Parkplätze zu finden. Dabei kennt sie zwar relativ viele Parkhäuser und -plätze, jedoch nur diejenigen, die bei ParkU angemeldet sind. Bislang sind City-Stellplätze in Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf und Köln verfügbar sowie in einigen ausländischen Städten wie Wien, Amsterdam und Zürich.

Die App berücksichtigt entweder die Parkplätze in Eurer gegenwärtigen Umgebung –oder aber in der Umgebung eines ausgewählten Ortes. Wenn Ihr einen der Parkplätze antippt, erfahrt Ihr den Preis für die angegebene Parkdauer. Und könnt Euch auch weitere Details über den Parkplatz anzeigen lassen, beispielsweise ob er überdacht ist und für welche Fahrzeuglänge er sich eignet. Meist ist praktischerweise auch ein Foto der Einfahrt vorhanden.

Bis zu 30 Tage im Voraus könnt Ihr einen Parkplatz direkt aus der App heraus reservieren lassen. Zugang zum Parkplatz erhaltet Ihr in der Regel dadurch, dass Ihr mit der Kamera Eures Smartphones einen QR-Code an der Einfahrt einscannt. Auch das Bezahlen über die App ist natürlich möglich, wahlweise per Kreditkarte oder per PayPal.

Teil der vielbeschworenen Sharing-Economy ist ParkU deshalb, weil es über das Unternehmen möglich ist, auch selbst Parkplätze anzubieten –beispielsweise private Parkplätze oder aber Kundenparkplätze, die außerhalb der Öffnungszeiten ungenutzt bleiben. Die Höhe der Parkgebühr darf der Parkplatzbesitzer dabei selbst festlegen. Das Unternehmen ParkU kassiert eine Provision (für private Anbieter in Höhe eines Drittels der Gebühr).

Seit jüngerem bietet die ParkU zusätzlich nun auch die Möglichkeit, sich ohne Kleingeld einen virtuellen Parkschein zu ziehen. Für den Service ist jedoch pro gezogenem Ticket eine kleine Provision fällig. Praktisch ist dabei die Möglichkeit, Euer virtuelles Parkticket via App jederzeit verlängern zu können.

ParkNow: Nie wieder Kleingeld suchen

Bei der ParkNow App steht die bequeme Abwicklung eines kostenpflichtigen Parkvorgangs im Vordergrund. Natürlich zeigt Euch die App auf der Karte auch Parkhäuser und kostenpflichtige Parkplätze in der Umgebung an. Eine Reservierung vorab ist jedoch nicht möglich.

Sowohl das Parken im Parkhaus wie auch auf kostenpflichtigen City-Parkplätzen wird dank der App deutlich vereinfacht. Im Parkhaus funktioniert das so: Abhängig von der vorhandenen Technik vor Ort öffnet sich die Einfahrtschranke entweder per automatischer Erkennung Eures Autokennzeichens oder mittels Eurer ParkNow-Zugangskarte. Die Abrechnung aller Gebühren erfolgt konsequenterweise völlig automatisiert.

Ebenfalls getestet haben wir das bargeldlose Bezahlen von Parkplätzen im öffentlichen Raum. Der Weg zum Ticketautomaten entfällt, da Ihr innerhalb der App nur den Start des Parkvorgangs per Knopfdruck auslösen müsst. Damit das Ordnungsamt Bescheid weiß, ist die Auslage einer ParkNow-Vignette vor der Windschutzscheibe notwendig. Anhand Eures Kennzeichens können die Parkscheinkontrolleure in Echtzeit prüfen, ob für den Wagen auch wirklich ein digitaler Parkschein gelöst wurde. Beim Handyparken am Straßenrand erfolgt die Abrechnung minutengenau. Im Gegensatz zu ParkU ist keine Verlängerung des virtuellen Tickets nötig, da der Parkvorgang solange läuft, bis Ihr ihn in der App beendet. Als nützliches Feature ist hervorzuheben, dass Ihr per SMS daran erinnert werdet, den Parkvorgang zu beenden.

Als Servicegebühr verlangt ParkNow derzeit 0,25 EUR zusätzlich zu den tatsächlichen Parkgebühren. Alternativ könnt Ihr eine Flatrate von 2,99 EUR im Monat auswählen

Ampido: Garageneinfahrten teilen

Auch die App Ampido zeigt Euch freie Parkplätze an – in der Nähe Eures gegenwärtigen Aufenthaltsortes oder aber des gewählten Zielortes. Die App berücksichtigt dabei einerseits kommerzielle Parkhäuser und -plätze, insbesondere aber auch private Stellflächen.

Denn über Ampido könnt Ihr Euren privaten Parkplatz oder Eure Garageneinfahrt stundenweise vermieten. So dass der Parkplatz Geld einbringt, wenn Ihr ihn nicht benötigt, ansonsten aber weiterhin Euch selbst zur Verfügung steht. Wie hoch die Parkgebühren sind, das entscheidet Ihr selbst. 30 Prozent der Gebühren bleiben als Provision bei Ampido.

Ampido bietet seinen Service in den meisten großen deutschen Städten an. Die Anzahl der angebotenen Parkplätze wächst dabei stetig. Im Praxistest waren in Köln (der Heimatstadt des Anbieters) gefühlt die meisten privaten Parkplätze zu finden, in München und Berlin dagegen noch weniger.

Die gefundenen Parkplätze zeigt die App in einer Liste an, auf Wunsch auch auf einer Straßenkarte. Ihr könnt so Details wie Preise, Öffnungszeiten und eine Beschreibung des Parkplatzes abrufen, oft auch mit Foto. Navigationshinweise gibt’s natürlich ebenfalls. Reservieren lassen sich die privaten Parkplätze bis zu 30 Tage im Voraus. Die Mindestparkdauer beträgt freundliche 15 Minuten.

Fazit

Die drei vorgestellten Apps sind keine direkten Konkurrenten. ParkU legt den Schwerpunkt auf das Finden kostenpflichtiger Parkplätze – und erlaubt es quasi nebenbei auch privaten Anwendern, ihre Parkplätze zu vermieten. Den umgekehrten Weg geht Ampido: Dieser Dienst widmet sich hauptsächlich der Vermittlung von kostenpflichtigen Privatparkplätzen, listet aber der Bequemlichkeit halber und des größeren Angebots wegen auch kommerzielle Parkplätze auf. Während ParkU mit der zusätzlichen Option ‚Straßenparken‘ nachgezogen hat, steht die bequeme, spontane Abwicklung von kostenpflichtigen Parkvorgängen bei ParkNow von Beginn an klar im Vordergrund.

Alle drei Apps sind alltagstauglich und erleichtern das Parken auf ihre Weise. Das schont nicht nur die Nerven der Autofahrer, sondern auch die Umwelt. Wie nützlich die einzelnen Apps konkret sind, hängt aber auch davon ab, in welcher Stadt Ihr sie nutzen wollt.